Kleiner Seifen-Crashkurs: Seide in der Seife



Ich liebe Seifen mit Seide einfach total! 😍
Ein Plus an Pflege kann zwar nicht bewiesen werden, aber Seide gibt der Seife eine samtweiche Haptik und ich könnte schwören, dass auch der Schaum weicher und feiner ist. 😊

Für eine Seife mit Seide wird das Wasser für die Lauge ausnahmsweise absichtlich nicht vorgekühlt. Wir brauchen eine richtig heiße Lauge, damit die Seidenfasern sich darin gut lösen können.
Ich dosiere Seide mit ungefähr 1-2g pro 500g Gesamtfettmenge (bei stark reduzierter Wassermenge nehm ich weniger).

Die Seide wird abgewogen, kleingeschnitten und vor Hinzugabe des NaOH im Wasser für die Lauge eingeweicht. 

Seide im Wasser vor Hinzugabe des NaOH

Das NaOH wird dann ausnahmsweise nicht langsam, sondern in einem Rutsch und unter ständigem Rühren ins Wasser geschüttet. Auf diese Art wird die Lauge mächtig heiß. 

Alternativ könnt Ihr übrigens auch zuerst das NaOH zügig ins Wasser einrühren und unmittelbar danach die Seide dazugeben. 

Seiden-Lauge

Richtig gut und lange rühren solltet Ihr in jedem Fall, damit sich auch wirklich alles auflöst.
Die Lauge wird trüb und kann sogar etwas dickflüssig werden, deshalb solltet Ihr sie nach dem Abkühlen auf jeden Fall durch ein Sieb zu den Fetten/Ölen geben und notfalls mit einem Plastiklöffel nachhelfen, mit dem ihr sie durch das Sieb "streicht".

In vielen Seifenbüchern wird gewarnt, dass Seide die Seife in der Form stark aufheizen kann.
Ich persönlich kann nicht bestätigen, dass die Seife viel heißer wird als bei einer "normalen" Gelphase und isoliere diese Seifen trotzdem. Aber das sollte jeder selbst für sich entscheiden. 😊
Ähnlich könnt Ihr übrigens bei Rohwolle (z.B. Alpaka) vorgehen.


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