Golden Chai



Kaum, dass ich mich etwas von meiner HTCP-Swirl-Testreihe erholt hatte, stand gleich das nächste Seifen-Abenteuer an. 😎 
Nachdem ich bei den letzten Experimenten gute Ergebnisse erzielt hatte, was die Planbarkeit der Seifenleim-Konsistenz einer HTCP angeht, habe ich diesmal für mich recht ungewohnte Wege beschritten und ein Rezept mit 70% festen Fetten zusammengebastelt.
Normalerweise setze ich in meinen Rezepten so gut wie nie so hohe Mengen fester Fette ein, aber in diesem speziellen Fall galt es, herauszufinden, wie viel meine Lauge bei dieser Siedemethode wohl schafft zu schmelzen, bzw. ob das HTCP-Verfahren eine geeignete Wahl ist, wenn viele feste Fette im Rezept enthalten sind.
Ich kann vorab verraten, es wurde knapp und ich glaube, mir wurde zwischenzeitlich wärmer als den zu schmelzenden Fetten. 😈😅


Verseift habe ich 25% Mandelöl, 5% Rizinusöl, 25% Kokosöl nativ, 25% Sheabutter, 10% Kakaobutter und 10% Cupuacubutter
ÜF: 15%
Flüssigkeitsmenge (am Vortag mit dest. Wasser gekochter Chai-Tee): 30% bezogen auf die GFM
Zusätze auf 500g GFM: 3TL Zucker, 1EL Kamelmilchpulver (vorab in den flüssigen Fetten verrührt)
Duft: "Chai Tea" von The Fragrancy


Schon beim Abwiegen wurde es mir beim Anblick der kleinen Laugenwasser-Pfütze neben den (gefühlten) Bergen fester Fette etwas mulmig 🙈, aber gut, was tut man nicht alles. 😅


 Die festen Fette habe ich bewusst nicht zerkleinert. Ich wollte es wieder mal ausreizen. 😈

Farbspiel der frisch angerührten Chai-Tee-Lauge

Meine Lauge hatte temperaturmäßig zwar ordentlich Pfeffer im Hintern...


...aber vielleicht hätten ein paar Grad mehr in diesem Fall nicht geschadet, denn diesmal hat es deutlich länger gedauert als sonst, die festen Fette zu schmelzen.


Ich hatte das aber schon erwartet und habe aus Interesse mal die Stoppuhr mitlaufen lassen. 😉


Nach ungefähr 4 Minuten hatte das Gemisch eine Temperatur von nur noch 30 Grad, es waren aber immer noch ein paar Sheabutter-Stücke übrig, die ich schließlich gnadenlos mit dem Püri "weggearbeitet" habe.


Nach Hinzugabe der flüssigen Fette und dem weiterem Einsatz des Püris war der SL cremig-homogen und ich konnte in Ruhe den Duft einrühren.


Die Konsistenz des SL war trotz des längeren Rührens und dem hohen Anteil fester Fette bis zum Abfüllen überraschend gut händelbar, was meine Nerven, die zwischendurch zugegebenermaßen kurz ins Flattern gekommen waren, wieder beruhigt hat, und als ich die Seife dann auch noch am selben Abend glatt und völlig problemlos ausformen konnte, war auch der letzte Unmut verflogen. 😊

Abgesehen davon, dass es die "schnellste Seife ever" war, gefällt sie mir außerdem ausgesprochen und überraschend gut.
Die Farbe durfte sie sich selbst aussuchen (ich habe nicht zusätzlich gefärbt) und ich finde, da hat sie einen Volltreffer gelandet. 😋


Mein Fazit aus diesem recht abenteuerlichen Versuch ist jedoch, dass eine HTCP mit vielen festen Fetten zwar funktioniert, allerdings nicht so optimal, wie ich das bisher bei anderen HTCP-Seifen beobachten konnte. Das mag auch an der Art der Fette liegen...
Meine "Pure ´n Simple" enthält immerhin 60% feste Fette und hat sich absolut traumhaft verarbeiten lassen. Anscheinend liegt die Grenze, ab der es etwas stressig wird, irgendwo dazwischen. 😎

Wahrscheinlich wäre es etwas einfacher gewesen, wenn ich die festen Fette zuvor kleiner gewürfelt hätte oder meine Lauge noch ein bisschen heißer gewesen wäre (- eine höhere Laugentemperatur könnte man z.B. durch die Zugabe von Seide beeinflussen).
Vielleicht wäre dem ganzen auch eine etwas höhere Wassermenge dienlich gewesen.
Ich könnte mir außerdem vorstellen, dass sehr hohe Mengen fester Fette in einer HTCP in der von Humblebee beschriebenen Methode einfacher zu verarbeiten sind als in der von mir gewählten Variante, bei der die heiße Lauge durch ein Sieb zu den Fetten gegeben wird, ohne dass diese vorher aufgeschlagen und miteinander vermischt werden.
Aber hätte hätte Fahrradkette... 😜
Ich habe mich im Vorfeld bewusst gegen diese Hilfestellungen entschieden, einfach weil ich es mal wieder ganz genau wissen wollte 😂 und letztendlich hat ja auch alles geklappt, also will ich mich mal nicht beschweren und freue mich sehr über das duftende neue Seiflein im Reiferegal. 🍀

Kommentare

  1. Liebe Moja,
    Danke für das tolle Experiement ❤. Ich hab den Beitrag verschlungen und die Seife sieht hammermäßig aus und die wird bestimmt super cremig schäumen. Ich bin begeistert. Vielen Dank für's teilen ❤
    Ganz liebe Grüße, Bettie

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    1. Liebe Bettie,
      Daaanke Dir! <3
      Ich bin froh, dass es geklappt hat, denn ich war im Vorfeld ziemlich skeptisch... :-p
      Ich hab gerade auf Deinem Blog Deine "Cranberry Christmas" bewundert, das ist ganz großes Seifenkino! <3

      Viele liebe Grüße, Moja

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  2. Liebe Moja
    Wiedermal eine feine Seife von dir.
    Ich tummele mich sehr gerne auf deiner Seite und lerne
    immer wieder etwas dazu.
    Die Seife ist sehr edel.
    Danke fürs teilen.❤❤❤

    Liebe Grüße
    Gerda

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    1. Danke, liebe Gerda! <3
      Das freut mich sehr, dass Dir mein Blog gefällt. :-)
      Ich wünsch Dir einen schönen Rest-Sonntag. ;-)

      Liebe Grüße, Moja

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  3. Wow, diese Seife ist so wunderschön!
    Ich würde gerne mal dran schnuppern.
    Liebe Grüße, Conny

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    1. Danke Dir, liebe Conny! :-)
      Die Seife duftet wirklich ganz vorzüglich.
      Liebe Grüße,
      Moja

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