Streichelsteine



Eine Seife, die mich selber irgendwie verwirrt. 😊
Sie sieht aus wie Stein, ist steinhart und fühlt sich an wie durch die Jahrtausende und Gezeiten glattgeschliffene Kiesel. Hält man die Nase dran, duftet sie nach... Seife. 😂

Auch ich bin dem Stein-Form-Wahn verfallen. Die Silikonform ist aber auch wirklich toll.
Die Farbgebung war (wie so oft) eigentlich Zufall. Ich hab den Seifenleim in vier Teile unterteilt (einen "Hauptleim" und drei kleinere Teile) und einen Teil mit einem Hauch "Moonkissed Nights" Pigment von umakeitup, den nächsten mit etwas mehr vom gleichen Pigment, den dritten mit Aktivkohle gefärbt und den vierten Teil ungefärbt gelassen. Ich finde ja, es gibt nichts entspannteres als einen "In-the-pot-swirl". Dafür schüttet man den gefärbten Seifenleim einfach wieder (wer möchte gießt kreisförmig oder aus unterschiedlichen Höhen) zurück zum Hauptleim, rührt nochmal grob um (oder auch nicht - ganz nach Belieben) und gibt den Seifenleim in die Formen. Ich hab 2-3 Mal mehr umgerührt, weil ich für die Steine keine zu großen Kontraste haben wollte. Die Farben "verschmieren" dann mehr ineinander, aber genau das war der Plan. 😎

Innere Werte dieser Seife: 30% Reiskeimöl, 20% Mandelöl, 10% Sesamöl, 30% Kokosöl und 10% Kakaobutter. 12% ÜF. 
Duft: "Black soap´s best baby" von Behawe.

Die Flüssigkeitsmenge für die Lauge hab ich bei 30% bezogen auf die Gesamtfettmenge (600g) angesetzt und davon 50g abgezogen, die ich später in Form von Apfelessig in den Seifenleim eingerührt habe.

Warum Essig? Es ist meine dritte Seife mit Essig und es mag Einbildung sein und ich kann es auch nicht genau belegen, aber irgendwie mag ich die Konsistenz und Haptik der Seifen, die Essig enthalten. Sie fühlen sich ganz glatt und samtig an. Außerdem verleiht der Essig den Seifen einen leichten Glanz. Keine Sorge, vom "Duft" des Essigs bleibt nach der Verseifung nichts übrig. 😜
In der Regel wird Essig gerne gezielt in Haarseifen untergebracht, weil er einige tolle Eigenschaften für die Haare besitzt und im besten Fall die saure Rinse nach der Haarwäsche ersetzen kann.
Nun enthält Essig ja aber Säure und wir setzen für unsere Seife Lauge ein, was selbst für mich, die an akuter Chemie-Unterrichts-Amnesie leidet, irgendwie widersprüchlich ist. 
Und es stimmt, die im Essig enthaltene Säure neutralisiert tatsächlich einen Teil des NaOH´s in unserer Seife. Es ist zwar nicht viel und ich habe es bei meinem Rezept unberücksichtigt gelassen, weil ich mit einer etwas höheren Überfettung/Unterlaugung gut leben kann, aber der Vollständigkeit halber kommt hier das Rechenexempel:

Essig enthält 5% oder 6% Essigsäure (steht auf der Flasche 😉)
In meinem Fall (50g Essig mit 6% Säure) waren es also 3g Essigsäure.
Dieser Wert wird mit 0,66 multipliziert und heraus kommt die Menge an NaOH, die durch die Säure neutralisiert wird.

3 x 0,66 = 1,98 g NaOH-Verlust

Diese 1,98 g hätte ich also noch zusätzlich in die Lauge hinzugeben müssen, um meine gewünschte Überfettung nicht zu überschreiten. Eigentlich nicht schwer, oder? 😉

Wer jetzt noch nicht beim Lesen der ganzen Zahlen (Soooorrry! 🙈) gedanklich ausgestiegen ist, dem wünsche ich ein schönes sonniges Wochenende! 🌞 Ich geh dann mal die Seife streicheln. 





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