Kleiner Seifen-Crashkurs: Schaum-Helferlein



Wer liebt es nicht, wenn eine Seife üppig und cremig schäumt? 😍

Warum nicht einfach mehr Schaumfett verwenden?

Leider ist es ein Irrglaube, dass besonders viel Schaumfett (Kokosöl, Babassu-Öl oder Palmkernöl) automatisch für stärker schäumende Seifen sorgt. 
Zuviel raffiniertes Kokosöl/Kokosfett wird sogar von vielen (mich eingeschlossen) als unangenehm und austrocknend empfunden. 
Vielmehr ist es so, dass die Kombi aus Schaumfett und bestimmten Ölen und Zusätzen wahre Schaum-Explosionen hervorbringen kann. 


Die Sache mit der Geduld

Es kann manchmal vorkommen, dass die Seife etwas mehr Zeit braucht, um zu voller Schaum-Pracht zu gelangen. 
Ich hab es schon erlebt, dass Seifen, die nach der regulären Reifezeit eher mäßig schäumten, sich nach einem halben Jahr zu wunderschön schäumenden Stücken entwickelt haben. 😊

Es gibt so einige Mittel und Wege, dem Schaum etwas auf die Sprünge zu helfen.

Diverse Schaum-Helferlein

  • Zucker in der Lauge oder etwas Puderzucker im Seifenleim ist eines davon.
  • 1-2 EL Kartoffelstärke auf 1000g GFM im SL sorgt für cremigen Schaum. Ich rühre die Kartoffelstärke vorher in einem Schluck Öl an, so lässt sie sich homogener in den SL einrühren.
  • Der bekannteste Schaum-Unterstützer ist das Rizinusöl. Ich dosiere es meistens mit ca. 5-15% der GFM und empfinde das als völlig ausreichend. Ich weiß aber, dass manche Sieder bis 25% und teilweise noch darüber hinaus gehen. Da beim Haarewaschen mit Seife turmhohe "Schaumberge" äußerst erwünscht sind, enthält so gut wie jede Haarseife viel Rizinusöl und auch in Rasierseife macht sich das Öl, das nebenbei noch schön pflegend ist, sehr gut.
    Bitte bedenkt aber, dass Rizinusöl nur in Kombination mit einem Schaumfett seine schaumfördernden Eigenschaften entfalten kann, für sich allein genommen produziert es keinen Schaum. 
  • Stearinsäure sorgt für stabilen Schaum und wird deshalb u.a. gerne in Rasierseifen eingesetzt. Sie fördert außerdem eine glatte und harte Struktur der Seife. 😎 Die Stearinsäure zählt zu den Fetten/Ölen der Gesamtfettmenge, wird wie diese im Seifenrechner mitberechnet und auch mit den festen Fetten sorgfältig geschmolzen, bevor die flüssigen Fette dazu kommen.
    Die Einsatzkonzentration sollte nicht zu hoch bemessen werden (2-3% der GFM in einer "normalen" Seife und bis zu 5% in einer Rasierseife), da Stearin den SL stärker andicken lassen kann.
    In den Rohstoff-Shops findet man meistens keine reine Stearinsäure, aber das oft erhältliche Stearin in der Zusammensetzung von z.B. 70% Stearinsäure und 30% Palmitinsäure tut's genauso. Oft wird es in der Artikelbezeichnung trotzdem als "Stearinsäure" deklariert, lasst Euch nicht verwirren. 😉
    Wer auf Stearinsäure lieber verzichtet, kann die Schaumstabilität seiner Seife gut mit z.B. Sheabutter, Kakaobutter, Cupuacubutter oder Mangobutter unterstützen, da diese Fette von Natur aus einen recht hohen Stearinsäuregehalt haben.
  • Milch und auch Seide wirken sich ebenfalls positiv auf die Zartheit und Cremigkeit des Schaums Eurer Seife aus. 😍
  • Essig verbessert die Schaumstabilität deutlich merkbar und gibt der Seife zudem eine tolle, glatte Haptik.


"Schaum-Sorgenkinder"

Hohe Salzmengen in der Seife hemmen die Schaumbildung beträchtlich.
Deshalb solltet Ihr in Salzseifen die Schaumfette höher dosieren und am besten mit Rizinusöl und ggf. Kartoffelstärke oder Puderzucker verstärken.
Hochwertiges natives Kokosöl ist in diesem Fall eine gute Wahl, da es die Haut nicht so stark austrocknet wie raffiniertes Kokosfett.
In Salzseifen hat sich außerdem der Einsatz von Lanolin (Wollwachs, anhydrit) zur Unterstützung des Schaums bewährt. Die Einsatzmenge liegt bei ungefähr 5% der Gesamtfettmenge.

Kommentare

  1. Ich liebe deine Seite! Ich habe so viele Dinge auf Anhieb verstanden. Vielen Dank für die tolle Arbeit!

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