Lady Amber



Vorgestern hab ich eine Neuauflage meiner Bernsteinseife vom letzten Winter gesiedet. Genau wie ihre Vorgängerin ist sie ein edles Luxus-Seifchen geworden, nur wollte diese Lady anscheinend lieber apricotfarben das Licht der Welt erblicken. 😂
Erwähnte ich bereits, dass Seifen immer für eine Überraschung gut sind? 

Innere Werte: Mandelöl, Arganöl, Rizinusöl, Babassu-Öl und Sheabutter. 13% ÜF (Überfettung).
Duft: ätherische Öle Vetiver, Bergamotte, Nelke, Amyris, Mandarine rot, Zedernholz, Cassia, Lavendel.
Gesamtflüssigkeitsmenge: 29% bezogen auf die GFM (Gesamtfettmenge).
Zusätze bei 1000g GFM: 2TL Zucker, 1TL Salz, 2g Tussah-Seide, 2EL Bernsteinpulver.

Die Lauge hab ich im Verhältnis 1:1,1 (NaOH : Wasser) angerührt.
Wenn Ihr die benötigte NaOH-Menge mit 1,1 multipliziert, erhaltet Ihr die Menge an Wasser, die Ihr zum Anrühren der Lauge braucht. (Bitte niemals weniger Wasser als NaOH nehmen.)
Die Differenz, die dann noch für die 29% Gesamtflüssigkeitsmenge fehlt, hab ich in Form von Eselsmilch später zum SL (Seifenleim) gegeben. 

Im ungekühlten Wasser für die Lauge werden Zucker und Salz gelöst und die kleingeschnittene Seide eingeweicht... 

Zucker, Salz und Seide im Wasser vor Hinzugabe des NaOH

...und dann das NaOH zügig und unter Rühren dazugegeben.
Bei dieser Vorgehensweise wird die Lauge sehr heiß, aber das soll sie auch, damit die Seide sich besser auflöst.
Die Seidenlauge solltet Ihr auf jeden Fall immer durch ein Sieb zu den Fetten geben. Falls sie arg dickflüssig ist, könnt Ihr mit einem Plastiklöffel nachhelfen, indem Ihr sie durch das Sieb "streicht". 

Das Bernsteinpulver hab ich direkt in die schmelzenden Fette gerührt und dann alles ganz normal weiterverarbeitet. 

Bernsteinpulver

Wegen der enthaltenen Eselsmilch ist die Seife gleich nach dem Abfüllen in die Formen bis zum nächsten Tag in den Kühlschrank gewandert.
Milch kann den Seifenleim unter Umständen aufheizen und die Seife außerdem verfärben, deshalb ist es ratsam, Milchseifen (vorzugsweise in Einzelformen) nicht zu isolieren, sondern sogar zu kühlen, um eine Gelphase zu verhindern. 
Okay, in diesem Fall ist die Rechnung mit dem Nicht-verfärben dann wohl auf eine ziemlich unerwartete Art nicht ganz aufgegangen. 🙈😂

Gefärbt hab ich die Seife nicht und deshalb bin ich ja auch so verblüfft über die leicht tussihafte Farbe, die sie sich ausgesucht hat. Ob es am Bernstein, der Eselsmilch, an den ätherischen Ölen oder einer Mischung aus allem liegt, werde ich wohl nie erfahren. Ich bin aber gespannt, was sie sich während der Reifezeit noch so alles einfallen lässt. 😊


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