La dolce vita



Ein klitzekleines bisschen wehmütig melde ich mich aus dem Urlaub zurück. 😊
Ich hatte eine wundervolle Zeit im Norden Italiens, der Heimat meines Papas, die leider viel zu kurz war und der natürlich mit einer passenden Seife gehuldigt werden musste. 💕

Die inneren Werte dieses Seifleins sind schnell zusammengefasst.
100% unraffiniertes Olivenöl vom Gardasee
ÜF: 11%
Wassermenge: 20% bezogen auf die GFM
Zusätze auf 700g GFM: 1 EL Kartoffelstärke

 
Die Seife ist unbeduftet. Ich finde das irgendwie passend für so eine schlichte Naturseife; außerdem liebe ich den zarten Duft reiner Olivenölseifen.
Zum Anrühren der Lauge habe ich frisches Bergquellwasser aus dem Brunnen in unserem Dorf in Italien verwendet.


Reine Olivenölseifen sind die mit Abstand härteste Geduldsprobe für den Seifensieder! 😎
Einmal ausgereift, sind sie eine Offenbarung - mild, fein und pflegend - und zählen definitiv zur Königsklasse der handgesiedeten Naturseifen. 
Aber um ihr voll entwickeltes Potenzial zu erlangen, brauchen sie gut und gerne ein Jahr (!) Reifezeit, oft sogar länger.
Der Begriff "Reifezeit" trifft es nicht ganz, denn reif wäre die Seife theoretisch nach den üblichen 4-6 Wochen. Dass sie nach dieser Zeit allerdings schon brauchbar ist, ist sehr unwahrscheinlich. 😏

Eine zu frische Olivenölseife schleimt beim Waschen und zieht fiese Fäden statt zu schäumen. 
Ich musste leider neulich feststellen, dass meine 100%-Olivenseife vom letzten Sommer immer noch schlotzig ist, die Gute darf also noch ein weiteres Jahr in der Seifenkiste auf dem Schrank im Abstellzimmer auf ihren Einsatz warten. Ich hab sie vor lauter Frust nach ganz hinten verbannt. 😈
Am besten ist es, diese Seiflein zu sieden, dann schnell zu verdrängen und sich einen Vermerk im Kalender zu machen, damit man sie nicht vergisst. 😂

Um dem Schleimen etwas entgegenzuwirken, sollte man bei einer reinen Olivenölseife auf jeden Fall das Wasser für die Lauge sehr stark reduzieren.
Die Olivenölschätzchen werden zwar schnell sehr hart, was dem Schleimen aber leider keinen Abbruch tut. 😒  
Viele Seifensieder weichen deshalb auf die Variante 70-90% Olivenöl und 10-30% Schaumfett (Kokosöl, Babassu-Öl oder Palmkernöl) aus, um das Trauerspiel etwas zu verkürzen. 


 
Ich finde, dass die lange Wartezeit diese Seifen zu etwas ganz Besonderem macht, habe aber dem Schaum auch ein wenig nachgeholfen, indem ich einen Löffel Kartoffelstärke in etwas Öl glattgerührt und in den Seifenleim gegeben habe. Die Stärke fördert cremigen Schaum.

Außerdem ist diese Seife eine 90/10-Mischverseifung und ich finde die ersten schüchternen Schäumversuche für eine so junge Olivenölseife gar nicht mal übel. 😊




Ich werde sie trotzdem mindestens ein Jahr lang liegen lassen und meinen Verwandten in Italien bei Gelegenheit ein paar Stücke mitbringen. 😍

Den Stempel habe ich mir aus einem Buchstaben-Stempel-Set zusammengebaut.


Ich hab diese Seife in all ihrer Schlichtheit jetzt schon lieb. Sie ist eine Hommage an eine wunderschöne Gegend, die mein Herz schon mein ganzes Leben lang jedes Mal, wenn ich dort bin, höher schlagen lässt. 💓





Hier noch ein paar Impressionen... seufz...😍






























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